Partizipative Musikpraxis als Lernraum für Transformationskompetenzen in der Vierländerregion Bodensee (MUSICxFORM)

MUSICxFORM ist ein grenzüberschreitendes Lehr- und Forschungsprojekt unter Leitung der Stella Musikhochschule (Sabine Schneider-Binkl & Bernhard Achhorner). Das Projekt untersucht, wie Musik, Bewegung und Tanz als partizipative, ko-kreative Lernräume gestaltet werden können, in denen Menschen gesellschaftlich-kulturelle Teilhabe erfahren und Transformationskompetenzen entwickeln. Am Projekt beteiligen sich Partner*innen aus Wissenschaft und musikpädagogischer Praxis der Hochschule für Musik Trossingen, der Pädagogischen Hochschule Weingarten und der Pädagogischen Hochschule St. Gallen unter finanzieller Förderung durch den Wissenschaftsverbunds Vierländerregion Bodensee.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass gesellschaftlicher Wandel, kulturelle Teilhabe und musikpädagogische Bildungsangebote wechselseitig in Beziehung stehen und sich verändern. Obwohl Fragen von Diversität, Inklusion, Demokratiebildung, Community Music, Mediatisierung und gesellschaftlichem Zusammenhalt in der Musikpädagogik zunehmend diskutiert werden, sind Transformationskompetenzen bislang nur begrenzt systematisch in musikpädagogischen Studien- und Weiterbildungskonzepten verankert. MUSICxFORM setzt genau hier an.
Das Projekt versteht Musik als gesellschaftlich-kulturelle Praxis, die durch gemeinsames Gestalten entsteht und sich in enger Verbindung mit sozialen, kulturellen und institutionellen Entwicklungen verändert. Partizipative Musikpraxis wird dabei als Lernraum verstanden, in dem Kommunikation, Ko-Kreation, Veränderungsfähigkeit, Innovation und Urteilsfähigkeit praktisch erfahrbar werden. Aus dieser Perspektive untersucht MUSICxFORM, wie kollaborative Musik-, Bewegungs- und Tanzformate Räume eröffnen können, in denen unterschiedliche Menschen musikalisch-kulturelle Praxis gemeinsam gestalten und weiterentwickeln.
Ein wesentliches Element des Projekts ist die forschungsgeleitete Verbindung von Praxisanalyse, Lehrentwicklung und Transfer. Ausgewählte Praxisformate werden beobachtet, dokumentiert und reflektiert. Dabei kommen qualitative Methoden wie Interviews, Reflexionsgespräche, Prozessdokumentationen und gegebenenfalls Videoanalysen zum Einsatz. Ziel ist es, Gelingensbedingungen partizipativer, diversitätssensibler und transformationsförderlicher Musikpraxis sichtbar zu machen und für Lehre, Weiterbildung und Praxis nutzbar zu machen.
Die aus der Projektarbeit gewonnenen Erkenntnisse werden in konkrete Lehr- und Weiterbildungsbausteine übersetzt. Diese sollen Studierende, Lehrkräfte und Multiplikator*innen dazu befähigen, musik-, bewegungs- und tanzbezogene Gruppenprozesse diversitätssensibel zu gestalten, Teilhabe zu ermöglichen und Transformationskompetenzen in schulischen, musikschulischen, kulturellen und sozialen Praxisfeldern zu fördern. Damit verbindet MUSICxFORM künstlerisch-pädagogische Praxis mit Curriculumsentwicklung, Professionalisierung und Wissenstransfer.
Am Standort Feldkirch werden insbesondere bestehende und neue Praxisfelder in Vorarlberg eingebunden, darunter Musikschulen, Schulen, Kulturinitiativen und Projekte im Bereich Musik, Bewegung und Tanz. Die Stella Musikhochschule bringt ihre musikpädagogische Expertise, ihre Studiengänge im Bereich Music Education & Music Performance, ihre Erfahrungen aus Projekten zu gesellschaftlichem Zusammenhalt sowie ihre Schnittstellen zu regionalen Praxispartner*innen ein.
Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Partnerhochschulen in St. Gallen, Weingarten und Trossingen werden unterschiedliche Ausbildungssysteme, Praxisfelder und institutionelle Logiken im Bodenseeraum miteinander in Beziehung gesetzt. Gerade diese Unterschiede bieten ein besonderes Potenzial, um übertragbare, zugleich aber kontextsensible Lehr- und Weiterbildungsformate zu entwickeln.
MUSICxFORM leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung musikpädagogischer Studiengänge und berufsbegleitender Weiterbildung an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, musikpädagogischer Forschung, Community Music, Bewegung und Tanz, gesellschaftlicher Teilhabe und Transformationsbildung. Das Projekt zeigt, wie musikalische Bildung Menschen darin unterstützen kann, gesellschaftlichen Wandel nicht nur zu erleben, sondern aktiv, kreativ und verantwortungsbewusst mitzugestalten.
Projektleitung Stella Musikhochschule:
Prof. Dr. Sabine Schneider-Binkl
Kontakt: sabine.schneider-binkl@stella-musikhochschule.ac.at
Projektpartner*innen:
Pädagogische Hochschule St. Gallen, Pädagogische Hochschule Weingarten, Hochschule für Musik Trossingen
Projektzeitraum:
Juli 2026 bis Dezember 2027

Das Projekt wird gefördert von Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee mit Mitteln des Programms lnterreg VI Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein.